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Hundegesundheit 15.03.2021

Atopie bei Hunden - Ursachen, Symptome, Diagnose und Therapie

Sissi by Sissi, Sissi ist Bloggerin seit 2014, auf den Hund gekommen 2018. Seitdem stolziert sie tĂ€glich ihre 10000 Schritte mit Loki durch die Welt. Der Beagdor (Labrador-Beagle Mix) ist Therapiehund fĂŒr Kinder und begleitet sie auch in Schulen. Insgeheim schwĂ€rmt sie fĂŒr eine französische Bulldogge als Zweithund.

Atopie bei Hunden

Allergien zeigen sich nicht nur beim Menschen. Auch Vierbeiner sind betroffen und leiden an den lĂ€stigen EntzĂŒndungsreaktionen der Haut. Der nachfolgende Artikel beinhaltet Ursachen, Symptome, Diagnose, Behandlungsmöglichkeiten und alles, was ihr ĂŒber eine Dermatitis beim Hund wissen solltet.

Was ist eine Atopische Dermatitis?

Diese hĂ€ufig verbreitete Hauterkrankung wird oftmals auch als Umweltallergie, atopisches Ekzem oder Neurodermitis bezeichnet. Dabei treten bei den betroffenen Vierbeiner allergische Reaktionen der Haut auf, die starken Juckreiz nach sich ziehen. Der Bezeichnung dient Medizinern gleichzeitig als eine Art Gesamtpaket fĂŒr Pollenallergie, Grasallergie, Milben- und Haustauballergie sowie Schimmelpilzallergie. Der Begriff „atopisch“ bezieht sich hierbei auf eine genetische Veranlagung, die in jedem Alter auftreten kann, bevorzugt jedoch zwischen dem ersten und dem dritten Lebensjahr.

shutterstock.com / Kanchana Lamaipairoa

Mögliche Ursachen einer Atopie

Das allergische Ekzem wird durch eine Überreaktion des Immunsystems verursacht. Dabei kĂ€mpft das Immunsystem des Hundes fĂ€lschlicherweise gegen harmlose Stoffe (Allergene) an. Diese Allergene kommen meist jahreszeitlich in Form von Pollen im FrĂŒhjahr und GrĂ€sern im Sommer vor, die euer Liebling ĂŒber seine Atemwege aufnimmt.

Auslösende Allergene in der Luft

  • Unterschiedliche Pflanzenpollen (Hasel, Birke, Ambrosia, Spitzwegerich, Beifuß)
  • Hautschuppen von Menschen oder anderen Haustieren
  • Federn
  • Insekten (Stubenfliege, Flöhe, TrauermĂŒcke)
  • Milben (Vorratsmilbe oder Hausstaubmilbe)
  • Schimmelpilzsporen

Ein weiterer Grund fĂŒr das gehĂ€ufte Auftreten dieser Ekzeme besteht auch in den verĂ€nderten Umweltbedingungen und dem Aufenthaltsbereich der kleinen Fellnasen. Vor Jahrzehnten kamen die Hunde beim Aufenthalt im Freien mit zahlreichen Allergenen der Natur in Kontakt, sodass ihr Immunsystem ausreichend Antikörper bilden konnte. Aktuell lebt die Mehrzahl unserer Vierbeiner jedoch als treues Familienmitglied in einem „Menschenhaushalt“. Frauchen und Herrchen umsorgen ihren Liebling rund um die Uhr. Er wird frisiert, entwurmt, geimpft und erhĂ€lt oftmals industrielles Futter sowie Leckerlis. Doch selbst in einigen Futtermitteln können sich Allergene verstecken, die fĂŒr Bello & Co. weniger erfreulich enden.

Auslösende Allergene im Futter

  • Milchprodukte
  • Tierische Proteine (Lamm, Rind, HĂŒhnchen, Ei)
  • Zusatzstoffe (Mais- und Sojaöl)
  • Flohspeichel

Symptome

Hauptsymptom einer Atopie beim Hund ist stets ein intensiver Juckreiz. Besonders betroffen sind Kopf, Bauchbereich, Innenseiten der Ohren, Gliedmaßen, Beugeseiten der Sprunggelenke, Pfoten und Zwischenzehenbereich, Leistengegend sowie Ellenbogen. Dennoch variieren die Örtlichkeiten der Ekzeme von Hund zu Hund. Einige Hunderassen weisen generell typische Stellen auf. Die AnfĂ€lligkeit bei Boxer und Staffordshire bezieht sich meist auf die untere Halsgegend, wobei der RĂŒcken kaum betroffen ist. Oftmals kĂŒndigt sich die Dermatitis auch mit wiederkehrenden Ohrenschmerzen und EntzĂŒndungen im Pfotenbereich an.

Typische Verhaltensmerkmale Ă€ußern sich durch Beißen, Kratzen, oder Anknabbern der Pfoten sowie dauerhaftes Reiben der Ohren oder des Kopfes an GegenstĂ€nden. Diese intensiven Einwirkungen fĂŒhren zwangslĂ€ufig zu Hautrötungen. Die Haut des kleinen Gauners ist schuppig, gereizt und nĂ€sst. Selbst Viren und Bakterien haben nunmehr leichten Zutritt. Sie können durch minimale Verletzungen in die Hautschichten eindringen und schnell bakterielle Infektionen hervorrufen. Ein Teufelskreis entsteht!

shutterstock.com / Vera Larina

Ebenso bietet eine dichte und dicke Unterwolle ein ideales Brutklima fĂŒr Keime. Diese Voraussetzungen sind hauptsĂ€chlich bei SchĂ€ferhunden, Retriever, NeufundlĂ€nder oder Sennenhunden gegeben. FrĂŒhjahrsblĂŒher und verschiedene Pollenarten können auch die SchleimhĂ€ute der Augen reizen, die sich in einer BindehautentzĂŒndung Ă€ußern.

Feststellung der Atopie & Diagnose

Im Ergebnis des AnamnesegesprĂ€ches und eines Ausschlussverfahrens ist es dem Tiermediziner möglich, die fĂŒr den Vierbeiner passende Diagnose zu erstellen. In diesem Zusammenhang erkundigt sich der Fachmann ĂŒber genetische Veranlagungen, Erbkrankheiten, ErnĂ€hrung, VerhaltensauffĂ€lligkeiten, vorangegangene RivalenkĂ€mpfe mit Verletzungen sowie aktuell vorhandene Symptome.

Danach erfolgt der Ausschluss von Erkrankungen, die ebenfalls Juckreiz auslösen. Hierzu zĂ€hlen die Staphylokokkenpyodermie (bakterielle HautentzĂŒndung, der Befall von Milbenarten oder eine FuttermittelunvertrĂ€glichkeit. Erweist sich der Verdacht als negativ, handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um eine atopische Dermatitis. Eine Blutuntersuchung und ein Hauttest (Intrakutantest) filtern nun die allergieauslösenden Allergen heraus.

Das Testverfahren erfolgt in Àhnlicher Weise wie beim Menschen. ZunÀchst muss der Tierarzt die betreffende Stelle freilegen. Die fellbedeckte Brustseite des Vierbeiner wird geschoren, um mittels eines Intrakutantests geringe Mengen an Allergenen unter die Haut zu spritzen. Keine Angst, die Haut wird nur leicht angekratzt! Innerhalb von 30 Minuten ist das Ergebnis sichtbar, wobei eine Rötung oder Schwellung auf eine allergische Reaktion hinweist. Das abgenommene Blut wird in einem Speziallabor auf Antikörper und deren Wirkungsweise gegen Allergene getestet.

Behandlung und Vorbeugung

Die Atopie beim Hund erfordert oftmals eine lebenslange Behandlung, bei der zwischen ursÀchlicher und symptomatischer Therapie unterschieden wird.

Bei der ursĂ€chlichen Therapie geht es um die EinschrĂ€nkung der Allergene, die die Überempfindlichkeitsreaktionen deutlich verringern. Hierzu gehören neben einem hausstaubarmen Wohnbereich auch die Hyposensibilisierung, bei der dem kleinen Vierbeiner entsprechende Allergene injiziert werden. Dies geschieht ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum und fĂŒhrt zur Bildung von Antikörpern.

Die symptomatische Therapie behandelt entzĂŒndliche Ekzeme und Juckreiz unter Einsatz von juckreizstillenden Medikamenten wie Antihistaminika, Cyclosporin, spezielle Shampoos und essentielle FettsĂ€uren. Kortisonhaltige Wirkstoffe kommen nur in seltenen FĂ€llen zum Einsatz.

shutterstock.com / Numstocker
Bannerbild: shutterstock.com / Dora Zett
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