weißer Hund mit schwarzen Flecken kratzt sich im Liegen hinter dem Ohr, warum kratzen sich Hunde hinterm Ohr
Hundegesundheit 01.06.2021

Atopie bei Hunden - Ursachen, Symptome, Diagnose und Therapie

Sissi by Sissi, Sissi ist Bloggerin seit 2014, auf den Hund gekommen 2018. Seitdem stolziert sie täglich ihre 10000 Schritte mit Loki durch die Welt. Der Beagdor (Labrador-Beagle Mix) ist Therapiehund für Kinder und begleitet sie auch in Schulen. Insgeheim schwärmt sie für eine französische Bulldogge als Zweithund.

Atopie bei Hunden

Allergien zeigen sich nicht nur beim Menschen. Auch Vierbeiner sind betroffen und leiden an den lästigen Entzündungsreaktionen der Haut. Der nachfolgende Artikel beinhaltet Ursachen, Symptome, Diagnose, Behandlungsmöglichkeiten und alles, was ihr über eine Dermatitis beim Hund wissen solltet.

Was ist eine Atopische Dermatitis?

Diese häufig verbreitete Hauterkrankung wird oftmals auch als Umweltallergie, atopisches Ekzem oder Neurodermitis bezeichnet. Dabei treten bei den betroffenen Vierbeiner allergische Reaktionen der Haut auf, die starken Juckreiz nach sich ziehen. Der Bezeichnung dient Medizinern gleichzeitig als eine Art Gesamtpaket für Pollenallergie, Grasallergie, Milben- und Haustauballergie sowie Schimmelpilzallergie. Der Begriff „atopisch“ bezieht sich hierbei auf eine genetische Veranlagung, die in jedem Alter auftreten kann, bevorzugt jedoch zwischen dem ersten und dem dritten Lebensjahr.

Atopie beim Hund Ursachen shutterstock.com / Kanchana Lamaipairoa

Mögliche Ursachen einer Atopie

Das allergische Ekzem wird durch eine Überreaktion des Immunsystems verursacht. Dabei kämpft das Immunsystem des Hundes fälschlicherweise gegen harmlose Stoffe (Allergene) an. Diese Allergene kommen meist jahreszeitlich in Form von Pollen im Frühjahr und Gräsern im Sommer vor, die euer Liebling über seine Atemwege aufnimmt.

Auslösende Allergene in der Luft

  • Unterschiedliche Pflanzenpollen (Hasel, Birke, Ambrosia, Spitzwegerich, Beifuß)
  • Hautschuppen von Menschen oder anderen Haustieren
  • Federn
  • Insekten (Stubenfliege, Flöhe, Trauermücke)
  • Milben (Vorratsmilbe oder Hausstaubmilbe)
  • Schimmelpilzsporen

Ein weiterer Grund für das gehäufte Auftreten dieser Ekzeme besteht auch in den veränderten Umweltbedingungen und dem Aufenthaltsbereich der kleinen Fellnasen. Vor Jahrzehnten kamen die Hunde beim Aufenthalt im Freien mit zahlreichen Allergenen der Natur in Kontakt, sodass ihr Immunsystem ausreichend Antikörper bilden konnte. Aktuell lebt die Mehrzahl unserer Vierbeiner jedoch als treues Familienmitglied in einem „Menschenhaushalt“. Frauchen und Herrchen umsorgen ihren Liebling rund um die Uhr. Er wird frisiert, entwurmt, geimpft und erhält oftmals industrielles Futter sowie Leckerlis. Doch selbst in einigen Futtermitteln können sich Allergene verstecken, die für Bello & Co. weniger erfreulich enden.

Auslösende Allergene im Futter

  • Milchprodukte
  • Tierische Proteine (Lamm, Rind, Hühnchen, Ei)
  • Zusatzstoffe (Mais- und Sojaöl)
  • Flohspeichel

Symptome

Hauptsymptom einer Atopie beim Hund ist stets ein intensiver Juckreiz. Besonders betroffen sind Kopf, Bauchbereich, Innenseiten der Ohren, Gliedmaßen, Beugeseiten der Sprunggelenke, Pfoten und Zwischenzehenbereich, Leistengegend sowie Ellenbogen. Dennoch variieren die Örtlichkeiten der Ekzeme von Hund zu Hund. Einige Hunderassen weisen generell typische Stellen auf. Die Anfälligkeit bei Boxer und Staffordshire bezieht sich meist auf die untere Halsgegend, wobei der Rücken kaum betroffen ist. Oftmals kündigt sich die Dermatitis auch mit wiederkehrenden Ohrenschmerzen und Entzündungen im Pfotenbereich an.

Typische Verhaltensmerkmale äußern sich durch Beißen, Kratzen, oder Anknabbern der Pfoten sowie dauerhaftes Reiben der Ohren oder des Kopfes an Gegenständen. Diese intensiven Einwirkungen führen zwangsläufig zu Hautrötungen. Die Haut des kleinen Gauners ist schuppig, gereizt und nässt. Selbst Viren und Bakterien haben nunmehr leichten Zutritt. Sie können durch minimale Verletzungen in die Hautschichten eindringen und schnell bakterielle Infektionen hervorrufen. Ein Teufelskreis entsteht!

Ataxie Auslöser beim Hund shutterstock.com / Vera Larina

Ebenso bietet eine dichte und dicke Unterwolle ein ideales Brutklima für Keime. Diese Voraussetzungen sind hauptsächlich bei Schäferhunden, Retriever, Neufundländer oder Sennenhunden gegeben. Frühjahrsblüher und verschiedene Pollenarten können auch die Schleimhäute der Augen reizen, die sich in einer Bindehautentzündung äußern.

Feststellung der Atopie & Diagnose

Im Ergebnis des Anamnesegespräches und eines Ausschlussverfahrens ist es dem Tiermediziner möglich, die für den Vierbeiner passende Diagnose zu erstellen. In diesem Zusammenhang erkundigt sich der Fachmann über genetische Veranlagungen, Erbkrankheiten, Ernährung, Verhaltensauffälligkeiten, vorangegangene Rivalenkämpfe mit Verletzungen sowie aktuell vorhandene Symptome.

Danach erfolgt der Ausschluss von Erkrankungen, die ebenfalls Juckreiz auslösen. Hierzu zählen die Staphylokokkenpyodermie (bakterielle Hautentzündung, der Befall von Milbenarten oder eine Futtermittelunverträglichkeit. Erweist sich der Verdacht als negativ, handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um eine atopische Dermatitis. Eine Blutuntersuchung und ein Hauttest (Intrakutantest) filtern nun die allergieauslösenden Allergen heraus.

Das Testverfahren erfolgt in ähnlicher Weise wie beim Menschen. Zunächst muss der Tierarzt die betreffende Stelle freilegen. Die fellbedeckte Brustseite des Vierbeiner wird geschoren, um mittels eines Intrakutantests geringe Mengen an Allergenen unter die Haut zu spritzen. Keine Angst, die Haut wird nur leicht angekratzt! Innerhalb von 30 Minuten ist das Ergebnis sichtbar, wobei eine Rötung oder Schwellung auf eine allergische Reaktion hinweist. Das abgenommene Blut wird in einem Speziallabor auf Antikörper und deren Wirkungsweise gegen Allergene getestet.

Behandlung und Vorbeugung

Die Atopie beim Hund erfordert oftmals eine lebenslange Behandlung, bei der zwischen ursächlicher und symptomatischer Therapie unterschieden wird.

Bei der ursächlichen Therapie geht es um die Einschränkung der Allergene, die die Überempfindlichkeitsreaktionen deutlich verringern. Hierzu gehören neben einem hausstaubarmen Wohnbereich auch die Hyposensibilisierung, bei der dem kleinen Vierbeiner entsprechende Allergene injiziert werden. Dies geschieht über einen längeren Zeitraum und führt zur Bildung von Antikörpern.

Die symptomatische Therapie behandelt entzündliche Ekzeme und Juckreiz unter Einsatz von juckreizstillenden Medikamenten wie Antihistaminika, Cyclosporin, spezielle Shampoos und essentielle Fettsäuren. Kortisonhaltige Wirkstoffe kommen nur in seltenen Fällen zum Einsatz.

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Bannerbild: shutterstock.com / Dora Zett
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