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Hundegesundheit 15.03.2021

Analdrüsenentzündung - Ursachen, Symptome, Diagnose, Vorbeugung und Behandlung

Johann by Johann, Johann ist Hundpapa seit 2018 und Hundefan seit 1986.

Analdrüsenentzündung beim Hund - Ursachen, Symptome, Diagnose, Vorbeugung und Behandlung

Analdrüsen sind bei jedem Hund vorhanden. Aufmerksam werdet ihr aber erst darauf, wenn sie eurem Hund Probleme machen. Die Analdrüsen beim Hund sind rechts und links vom After angesiedelt. Sie liegen etwa 2 bis 4 Millimeter unter der Haut in den Analbeuteln. Ihre Aufgabe ist es die individuelle Duftnote deines Hundes zu kreieren. Sie produzieren ein bräunliches Sekret, das dem Kot beigemischt wird. Diesen persönlichen Geruch verbreitet dein Hund zur Reviermarkierung. Außerdem schnuppern Hunde in der Kennenlernphase ebenfalls gerne am After (Analdrüsen) des Artgenossen. Dadurch wird der individuelle Duft des anderen aufgenommen.

shutterstock.com / Holger Kirk

Grundlagen und Ursachen von Analdrüsenentzündungen

Das Sekret in den Analdrüsen wird ständig produziert. Die Analdrüsenbeutel werden regelmäßig durch die Kotabgabe geleert. Wenn der Ausgang für das Sekret versperrt ist, kann es zur Entzündung kommen. Ein Grund für die Verstopfung kann Durchfall sein. Aber ein generell zu weicher Kot, kann ebenfalls das Entleeren der Drüsen verhindern. Bei der Kotabgabe wird der Aftermuskel geweitet und das Sekret herausgedrückt. Bei Durchfall oder einem zu weichen Kot wird dieser Vorgang nicht aktiviert. Zusätzlich kann die Öffnung der Drüsen durch Kot verstopft oder verschmiert werden. Bei langhaarigen Rassen wird das Verkleben des Ausgangs durch das Fell begünstigt. Außerdem haben kleine Rassen oder auch Zwergrassen eine gewisse Veranlagung zur Verstopfung der Analdrüsen.

  • rassespezifische Veranlagung
  • Verstopfung oder Verklebung des Analdrüsenausgangs (Fell, Kot)
  • Leerung der Analbeutel wird nicht aktiviert (Durchfall, weicher Kot)

Symptome und Diagnose von Analdrüsenentzündungen beim Hund

Der Verdacht auf eine Entzündung der Analdrüsen beim Hund kann durch verschiedene Symptome entstehen. Die erste Reaktion auf verstopfte Analbeutel ist ein unangenehmer Druck, da das Sekret ständig produziert wird und nicht ablaufen kann. Dein Hund möchte dieses unangenehme Gefühl loswerden. Das „Schlittenfahren“ beim Hund ist nur bedingt aussagekräftig. Für das Reiben des Pos am Boden kann es verschiedene Ursachen haben. Möglicherweise ist ein unangenehmer Juckreiz am After, Wurmbefall oder ein feststeckender Grashalm der Anlass. Wenn dieses „Poreiben“ mit einem unangenehmen Geruch verbunden ist, dann deutet es auf eine Verstopfung der Analdrüsen hin.

Der Duft des Analdrüsensekrets ist für „Zweibeiner“ sehr unangenehm. Diesen Gestank bemerkst du bei Analdrüsenproblemen. Du meinst, dass dein ganzer Hund nach Kot stinkt. Wenn er sich nicht gerade irgendwo gewälzt hat, dann ist das ein Indiz für verstopfte Analdrüsen.

Falls diese Verstopfung nicht behoben wird, kann es zu einer Entzündung kommen. Entzündungen an den Analdrüsen sind sehr schmerzhaft. Das bedeutet, dass euer Hund Schmerzen beim Kotabsetzen, beim Hinsetzen oder beim Laufen hat. Der Bereich des Afters und der Analdrüsen ist geschwollen und rötlich. Euer Hund ist in diesem Bereich äußerst druckempfindlich und will sich nicht berühren lassen. Besteht die Entzündung schon länger können sich Abszesse bilden. Bei leichtem Druck kann ein stark riechendes Sekret mit etwas Blut und/oder Eiter aus den Drüsen abgesondert werden. In einigen Fällen bekommt euer Hund Fieber.

  • „Schlittenfahren“ in Verbindung mit unangenehmem Geruch
  • generell unangenehmer Geruch (Hund stinkt nach Eisen)
  • Probleme beim Kotabsetzen
  • schmerzempfindlich im Po- und Afterbereich
  • rötliche Färbung und Schwellung im Afterbereich
  • gefüllte Analdrüsenbeutel sind tastbar
  • eitrige Flüssigkeit mit üblem Geruch aus den Analdrüsen
  • leichtes Fieber

Therapie und Vorsorge für Analdrüsenentzündungen

Das Wichtigste in dieser Situation ist die Leerung der Analdrüsen. Dies kannst du selber machen. Aber unter der Voraussetzung, dass dir die Prozedur bereits einmal vom Tierarzt gezeigt wurde. Ansonsten ist ein Besuch beim Tierarzt unbedingt notwendig. Dort werden die Analdrüsen geleert. Bei einer Entzündung werden außerdem die Drüsen gespült und möglicherweise Antibiotika gegeben. Das manuelle leeren der Drüsen ist keine Dauerlösung. Es ist in Notfällen akzeptabel. Leider reagieren die Drüsen empfindlich auf Druck. Die Produktion des Sekrets wird deutlich angeregt und das Problem mit den Analdrüsen kann noch verstärkt werden.

Bei häufigem Durchfall oder ständig zu weichen Kot muss die Ernährung überprüft werden. Möglicherweise sind zu viele Getreidesubstanzen im Futter enthalten. Die Darmflora deines Hundes muss langsam wieder aufgebaut werden. Ein Qualitätsfutter mit Ballaststoffen oder Barfen bringt den Darm in Schwung. Regelmäßige Gaben von Knochen (ungekocht, keine Geflügelknochen) festigt den Kot. Aber hier bitte nicht zu viel, sonst könnte eine generelle Verstopfung (zu harter Kot) entstehen.

Achte darauf, dass bei langhaarigen Rassen der Afterbereich gut sichtbar und frei ist. Eine generelle regelmäßige Kontrolle und Reinigung dieses Bereiches verhindert die Verstopfung der Analdrüsen beim Hund.

  1. Futterumstellung (Ballaststoffe)
  2. regelmäßig Knochen geben
  3. Hygiene am Afterbereich
Bannerbild: shutterstock.com / atiger
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