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Hundegesundheit 01.06.2021

MDR1-Defekt - alles was du darüber wissen musst, wenn du einen Hund hast

Sissi by Sissi, Sissi ist Bloggerin seit 2014, auf den Hund gekommen 2018. Seitdem stolziert sie täglich ihre 10000 Schritte mit Loki durch die Welt. Der Beagdor (Labrador-Beagle Mix) ist Therapiehund für Kinder und begleitet sie auch in Schulen. Insgeheim schwärmt sie für eine französische Bulldogge als Zweithund.

Grundlagen und Ursachen von MDR1

Heute weiß man, dass viele Hundekrankheiten vermehrt rassespezifisch auftreten. So auch der MDR1-Defekt, welcher bei betroffenen Hunden zu einer multiplen Medikamentenunverträglichkeit führt.

Vor allem Hütehundrassen wie Collies, Australian Sheperds und andere verwandte Rassen gehören zu den Hunden mit dem größten Risiko, an diesem lebensbedrohlichen Gendefekt zu leiden. Aber auch andere Rassen und Mischlinge können betroffen sein, sofern es unter den Vorfahren einen Träger dieser Mutation gab.

Der Begriff MDR1-Gen steht für Multi-Drug-Resistance-Gen. Dies besagt, dass der Hund nicht in der Lage ist, das Multidrug-Resistance-Protein 1 zu bilden. Dieses Protein (P-Glykoprotein) ist unerlässlich, damit Fremdstoffe wie Arzneimittel nicht die Blut-Hirn-Schranke überwinden können, sondern abtransportiert und entsorgt werden. 

Ist dieses Protein nicht vorhanden, können giftige Substanzen und Arzneien ins Gehirn und andere Organe gelangen, wo sie großen Schaden anrichten. Es können lebensbedrohliche Symptome entstehen und im schlimmsten Fall tritt der Tod des Hundes ein.

MDR1 Defekt shutterstock.com / Eve Photography

Die Unverträglichkeit verschiedener Arzneimittel ist nicht das einzige Problem, welches betroffene Hunde haben.

Denn das P-Glykoprotein wird ebenfalls für die Begrenzung des Transports der Nebennierenrindenhormone benötigt. Durch den Defekt kommt es zu erniedrigten Cortisolwerten. Cortisol ist ein wichtiges, entzündungshemmendes Hormon, welches außerdem an der Regulierung des Blutzuckerspiegels und des Blutdrucks beteiligt ist. 

So kommt es durch den Gendefekt außerdem zu Erschöpfung und immer wiederkehrenden Entzündungen, hauptsächlich des Darms.

Welche Medikamente und Arzneien für diese Hunde gefährlich sind

Wer einen Hund mit diesem Gendefekt hat, sollte sich genauestens darüber informieren, wie er seinen Hund vor den tödlichen Folgen durch eine nicht verträgliche Medikamenteneinnahme bewahren kann.

Folgende Medikamente bzw. Wirkstoffe darf euer Hund auf keinen Fall bekommen, wenn er unter dem MDR1-Defekt leidet:

  1. Ivermectin - ist ein Wirkstoff, welcher gegen parasitäre Erkrankungen (Krätze, Flöhe, Fadenwürmer) eingesetzt wird.
  2. Doramectin - ist mit Ivermectin verwandt und wird ebenfalls als Antiparasitikum eingesetzt.
  3. Moxidectin - auch dies ist ein Antiparasitikum gegen Endo- und Ektoparasiten.
  4. Loperamid - ist ein Opioid und wird recht häufig bei Durchfallerkrankungen verordnet.

Größtenteils sind es also klassischen Wurmkuren, die für den betroffenen Hund gefährlich werden können.

Aber auch viele Flohschutz- und Antizeckenmittel beinhalten Substanzen, die bei dieser seltenen Mutation nicht verwendet werden dürfen. 

Da es noch weitere Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen geben kann, die einem Hund mit MDR1 gefährlich werden können, sollte auch bei Operationen und anderen medikamentösen Behandlungen auf die Möglichkeit der Medikamentenunverträglichkeit geachtet werden.

Es gibt jedoch auch Mittel, die bei betroffenen Hunden als Alternativen zugelassen sind. Drei verträgliche antiparasitäre Mittel sind zum Beispiel Advocate, Stronghold und Milbemax. Sollte euer Hund also unter dem MDR1-Gendefekt leiden, fragt euren Tierarzt nach den entsprechenden Präparaten.

mdr1 effekt beim Hund erkennen shutterstock.com / Bildagentur Zoonar GmbH
Hund, Säugetier, Wirbeltier, australischer Collie, Hunderasse, Canidae, australischer Schäferhund, Fleischfresser, glücklicher gefleckter Australian Shepherd vor orangen Hintergrund shutterstock.com /

Symptome und Diagnose von MDR1

Nach einer Gabe von o. g Medikamenten bei einem Hund mit dem MDR1-Gendefekt kommt es zu schweren neurologischen Symptomen. Es treten neurologische Bewegungsstörungen, Tremor und Krämpfe auf. Koma und Tod des Hundes können im schlimmsten Fall die Folge sein.

Für die entsprechenden Risikogruppen bzw. Hunderassen gibt es sichere DNA-Tests, mit deren Hilfe die Mutation zweifelsfrei nachgewiesen oder ausgeschlossen werden kann. 

Zusätzlich unterscheidet der Test drei mögliche Genotypen.

  • 1. Genotyp N/N bedeutet, dass der Hund nicht Träger der Mutation ist und diese somit auch nicht auf seine Nachkommen übertragen kann. 
  • 2. Mit dem Genotyp N/MDR1 ist der Hund Träger eines mutierten Gens und es besteht die 50%ige Wahrscheinlichkeit, dass er dieses auf seine Nachkommen überträgt. Außerdem können Symptome der Unverträglichkeit auftreten. 
  • 3. Der Genotyp MDR1/MDR1 bedeutet eine sichere Vererbung der Mutation auf die Nachkommen. Dieser Hund reagiert hochgradig sensitiv auf Arzneimittelgaben mit den genannten und weiteren Wirkstoffen.

Therapie und Vorsorge bei MDR1-Defekt

Zur Vorsorge empfiehlt sich schon früh ein DNA-Test, um Therapiepläne anpassen zu können.

Als die einzig sichere Vorsorge sollten bei Züchtungen gefährdeter Rassen entsprechende Tests durchgeführt werden, um eine Übertragung dieses Defektes ausschließen zu können. 

Bannerbild: shutterstock.com / Ann-Christin Langen
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