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Hundegesundheit 01.06.2021

Tollwut beim Hund - Tollwutimpfung und Anzeichen, dass dein Hund betroffen ist

Sissi by Sissi, Sissi ist Bloggerin seit 2014, auf den Hund gekommen 2018. Seitdem stolziert sie täglich ihre 10000 Schritte mit Loki durch die Welt. Der Beagdor (Labrador-Beagle Mix) ist Therapiehund für Kinder und begleitet sie auch in Schulen. Insgeheim schwärmt sie für eine französische Bulldogge als Zweithund.

Tollwut beim Hund - Tollwutimpfung und Anzeichen, dass dein Hund betroffen ist

Tollwut ist eine Anthropozoonose, das heißt die Erkrankung kann von Säugetieren auch auf Menschen übertragen werden. Nur Vögel und Fische sind immun gegen die Erkrankung. Hundetollwut tritt heute in den meisten europäischen Ländern kaum mehr auf, da die meisten Hunde durch eine Impfung geschützt sind. Hauptsächlich werden tollwutkranke Hunde noch in der Türkei, in Asien, Afrika und Südamerika beobachtet. Da die Krankheit immer tödlich verläuft, muss in einem Erkrankungsfall die zuständige Behörde verständigt werden.

Tollwut kranke Hunde raufen shutterstock.com / Evdoha_spb

Grundlage und Ursachen von Tollwut bei Hunden

Rabies wird durch ein Virus, das Lyssa-Virus, ausgelöst. In der Umwelt kann das Lyssa Virus nicht lange überleben. Es wird durch UV-Strahlung abgetötet. In den Körpern von toten Tieren kann das Virus lange überleben. Andere Tiere, die das Fleisch fressen, können sich auf diesem Weg nicht mit der Infektionskrankheit anstecken.

Die Übertragung erfolgt vor allem durch Speichel, der bei einem Biss in die frische Wunde gelangt. Das Virus vermehrt sich an der Bissstelle und wandert anschließend entlang der Nerven in das zentrale Nervensystem. Dort verursacht es bei eurem Hund eine Entzündung des Gehirns. Anschließend gelangt das Lyssa Virus wieder über die Nervenbahnen in die Speicheldrüsen. Ab diesem Zeitpunkt können wieder andere Tiere infiziert werden. 

Bei der Tollwut werden drei Formen unterschieden:

  • urbane Wut: tritt bei Hunden und Katzen auf
  • silvatische Wut
  • aviäre Wut: betrifft Fledermäuse

In Deutschland und Österreich ist die urbane Wut durch Impfprogramme ausgerottet.

An der silvatischen Wut erkranken Wildtiere, wie Füchse, Rehe und Wildschweine. 

Die aviäre Wut kommt vor allem bei Fledermäusen vor. Die Infektionskrankheit kann in Südamerika beobachtet werden, in Deutschland tritt sie nur selten auf. In Europa gibt es keine aviäre Wut.

Symptome und Diagnose

Verlaufsstadien von Rabies:

  1. Prodromalstadium

  2. neuronale Phase

  3. paralytische Phase

Die neuronale Phase wird in eine stille und rasende Wut unterteilt.

Symptome:

  • Müdigkeit
  • Mattigkeit
  • Erbrechen
  • chronische Durchfälle
  • Verdauungsstörungen
  • die Bisswunde schmerzt
  • der Hund zieht sich zurück
  • Spielen wird verweigert
  • Aggression
  • Krämpfe der Muskulatur
  • vermehrter Speichelfluss
  • Lähmungen der Hinterbeine
  • Ataxien (Bewegungsstörungen)
  • Die Wasseraufnahme wird verweigert
  • Entzündung des Gehirns
  • Tod durch Lähmung des Atemzentrums

Die erste Rabies Diagnose ist eine Verdachtsdiagnose. Wesensveränderungen, Verweigerung von Futter und Wasser deuten auf die Tollwut hin. Da die Krankheit auch für den Menschen ansteckend ist und ebenfalls immer tödlich verläuft, muss euer Hund in eine Quarantänestation gebracht werden. Bei einer Blutuntersuchung können für Lyssa spezifische Antikörper nachgewiesen werden. Der endgültige Befund wird durch den Pathologen gestellt. Bei der Entzündung des Gehirn bilden sich in den Gehirnzellen des verstorbenen Hundes typische Einschlusskörperchen, die Negri´schen Körperchen. 

Therapie und Vorsorge

Bei der Hundetollwut handelt es sich um eine anzeigepflichtige Erkrankung. Eine Behandlung eures Hundes darf nicht durchgeführt werden. Wird die Diagnose bestätigt, wird die Tötung eures Hundes (Euthanasie) durch die zuständige Behörde angeordnet.

Um euch und euren Hund vor der Erkrankung zu schützen, ist es wichtig, eine Tollwutimpfung bei einem Tierarzt durchzuführen. Die Grundimmunisierung erfolgt in der achten, zwölften und sechzehnten Lebenswoche eures Hundes. Anschließend muss die Tollwutimpfung entsprechend den Angaben des Impfstoffherstellers alle zwei bis drei Jahre aufgefrischt werden. Wollt ihr mit eurem Hund in ein Risikogebiet (Türkei) fahren, wird eine Auffrischung vor Antritt der Reise oder einmal jährlich empfohlen. Nur durch den Nachweis eines lückenlosen Impfschutzes kann im Ernstfall eventuell eine Quarantäne und Tötung eures Hundes vermieden werden.

Die Tollwutimpfung schützt Mensch und Hund vor der Hundetollwut.

Bannerbild: shutterstock.com / Kanut Srinin
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