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Hundegesundheit 01.06.2021

Magendrehung beim Hund - Anzeichen erkennen und erste Hilfe leisten

Sissi by Sissi, Sissi ist Bloggerin seit 2014, auf den Hund gekommen 2018. Seitdem stolziert sie täglich ihre 10000 Schritte mit Loki durch die Welt. Der Beagdor (Labrador-Beagle Mix) ist Therapiehund für Kinder und begleitet sie auch in Schulen. Insgeheim schwärmt sie für eine französische Bulldogge als Zweithund.

Magendrehung beim Hund

Es ist der Albtraum eines jeden Hundehalters. Nur wenige Organerkrankungen beim Hund sind so gefürchtet wie die Magendrehung. Diese Angst ist durchaus berechtigt, denn die Situation ist lebensbedrohlich und kann nur durch einen zügigen tierärztlichen Eingriff entschärft werden. Wir zeigen euch in diesem Artikel, was die Magendrehung eigentlich ist, wie man sie behandeln kann und welche Möglichkeiten ihr habt, präventiv tätig zu werden, so dass ein derartiger Vorfall gar nicht erst entsteht. 

Grundlagen und Ursachen

Zunächst einmal: Es kann wirklich jeden Hund treffen. Allerdings weisen bestimmte Rassen ein erhöhtes Risiko auf. 70 Prozent aller Fälle entfallen auf große Rassen. Davon sind der Deutsche Schäferhund und die Deutsche Dogge überproportional betroffen. Ebenso steigt das Risiko mit dem Alter des Hundes.

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Was passiert bei einer sogenannten „Torsio ventriculi“? Dieser Fachbegriff bezeichnet eine Erweiterung bzw. Überdehnung des Magens, die mit einer Drehung um die Längs- und die Querachse verbunden ist. Diese Drehbewegung führt zu einem Verschluss der Magenöffnungen. Da die Milz sehr eng mit dem Magen verbunden ist, ist diese in den meisten Fällen ebenfalls betroffen. Zudem kommt es stets auch zu einer starken Beeinträchtigung der Atemwege und des Blutkreislaufs. Es handelt sich daher um einen akuten medizinischen Notfall, der unbehandelt zum Tod des Hundes führt. 

Die Frage nach den Ursachen ist nicht eindeutig zu beantworten. Einig sind sich die Fachleute darüber, dass die Gründe dafür vielfältig sind und es nicht den einen speziellen Auslöser gibt. Beobachtet werden konnte jedoch, dass häufig Hunde betroffen waren, die einen vollen Magen hatten, da dieser eher anfällig für eine Drehung ist. Schnelles Fressen von großen Mengen scheint das Krankheitsbild ebenfalls zu begünstigen – genauso wie wildes Herumtoben unmittelbar nach der Nahrungsaufnahme. Dies sind allerdings lediglich Indizien, und es sind genügend Fälle bekannt, bei denen keiner dieser Risikofaktoren zutreffend war. 

Symptome und Diagnose

Das richtige und schnelle Erkennen der Symptome schafft die beste Voraussetzung dafür, das Tier zu retten. Folgende Symptome deuten auf eine Torsio hin:

  • kurzes, plötzliches Schmerzempfinden, das oft von einem Aufjaulen begleitet wird
  • Vorsichtige Bewegungen und unruhiges Hin- und Herlaufen
  • Der Versuch zu erbrechen. Da der Magen aber zugeschnürt ist, wird es beim Versuch bleiben. 
  • Aufgeblähter Bauch, der dick und hart wird.
  • Hechelnde Atmung und rasender Puls

Die Situation kann sich innerhalb einer Stunde so extrem zuspitzen, dass die Lage lebensbedrohlich wird. Schnelles Handeln ist jetzt gefragt. Das Aufsuchen einer Tierklinik ist nun alternativlos. 

Der Tierarzt kann anhand eines Röntgenbildes letzte Zweifel ausräumen und eine Torsio von einer einfachen Magenüberladung unterscheiden. 

Therapie und Vorsorge um eine Magendrehung vorzubeugen

Zunächst gilt es, den Kreislauf des Hundes mittels Infusionen zu stabilisieren. Der Tierarzt wird dann versuchen, den aufgeblähten Magen von Gasen zu befreien. Im Anschluss erfolgt ein chirurgischer Eingriff, bei dem der Magen wieder in die richtige Position gebracht wird. Auch ist es wichtig, den Magen vollständig zu entleeren. Um zu verhindern, dass sich dieses Szenario wiederholt, ist es möglich, den Magen an der Bauchwand festzunähen. Nach der Operation benötigt der Hund eine weitergehende Betreuung, bei dem ihm weitere Infusionen verabreicht werden und der Zustand permanent kontrolliert wird. Denn die Lage bleibt weiter kritisch und bedarf genauer Beobachtung. 

Was kannst du tun, um eine Magendrehung bei deinem Hund zu vermeiden? Grundsätzlich gibt es hier kein Allheilmittel, da die genauen Ursachen noch nicht ausreichend erforscht sind. Gewisse Handlungsempfehlungen liegen jedoch vor. Tierärzte empfehlen in jedem Fall, mehrmals täglich kleine Portionen zu füttern und ein zu exzessives Herumtoben nach dem Fressen zu unterbinden, da dies als einer der Hauptrisikofaktoren gilt. 

Erste Hilfe beim Hund kann Leben retten. Dein Tierarzt kann dir Möglichkeiten zeigen, diese selbst anzuwenden.

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Bannerbild: shutterstock.com / Christian Mueller
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