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Hundegesundheit 15.03.2021

Herzerkrankungen beim Hund - Diagnose & Bekämpfung

Sissi by Sissi, Sissi ist Bloggerin seit 2014, auf den Hund gekommen 2018. Seitdem stolziert sie t√§glich ihre 10000 Schritte mit Loki durch die Welt. Der Beagdor (Labrador-Beagle Mix) ist Therapiehund f√ľr Kinder und begleitet sie auch in Schulen. Insgeheim schw√§rmt sie f√ľr eine franz√∂sische Bulldogge als Zweithund.

Die häufigsten Herzerkrankungen beim Hund

Besonders oft kommen die sogenannte Dilatative Kardiomyopathie und die Herzinsuffizienz vor. Einige Hunderassen sind davon h√§ufiger betroffen als andere. Das Risiko einer Herzerkrankung steigt auch mit zunehmendem Lebensalter des Hundes. Obwohl unheilbar, k√∂nnen herzkranke Hunde trotzdem ein gl√ľckliches und artgerechtes Hundeleben haben. 

shutterstock.com / Sebastian Kaulitzki

Dilatative Kardiomyopathie (DMK): Diagnose und Bekämpfung

 Diese Erkrankung ist gekennzeichnet durch eine Aufweitung (Dilatation) und Abschw√§chung der Muskelfunktion der linken oder beider Herzkammern beim Hund. Es handelt sich um eine nach der Geburt auftretende, erworbene Herzerkrankung mit verschiedenen Ursachen: Idiopathische (genaue Ursache unbekannt), genetische Ursache (Erbkrankheit), aufgrund endokriner St√∂rungen, toxische oder entz√ľndliche Ursachen sowie die eher seltenere nutritive durch Mangel- oder Fehlern√§hrung bedingte Herzerkrankung. Letztere wurde beim amerikanischen Cocker Spaniel beschrieben. Hierbei handelt es sich um eine, Taurin abh√§ngige DKM. Wobei dieser Befund bei Katzen leichter zu diagnostizieren ist als bei Hunden. Die dilatative Kardiomyopathie kommt h√§ufig bei gro√üen Hunderassen vor, wobei die Pr√§valenz innerhalb der betroffenen Rassen aber unterschiedlich gro√ü ist:

Die Angaben stammen aus Untersuchungen in den 80-90 er Jahren. DKM ist aber auch heute noch die zweith√§ufigste erworbene Herzerkrankung bei Hunden. Man unterscheidet bei Kardiomyopathien zwischen der klinischen DKM und der subklinische DKM. Erstere zeigt klare Symptome wie Leistungsschw√§che, Husten, Atemnot, Schw√§che in der Hinterhand und pl√∂tzlicher Herztod und erlaubt damit deutliche Befunde. Das eigentliche Problem ist die einer klinischen DKM vorausgehenden subklinischen DKM, da diese in der Regel unbemerkt bleibt. Der Hund scheint gesund zu sein. Die subklinische Phase dauert je nach Rasse, ca. 2-5 Jahre und entwickelt sich nur langsam zu einer besorgniserregenden Herzdilatation. Deutliche Anzeichen f√ľr eine sp√§tere akute DKM sind aber Herzrhythmusst√∂rungen wie Vorhofflimmern (VHF) und ventrikul√§re Extrasystolen (VES). Um bereits zeitig erste Anzeichen einer Herzmuskelerkrankung beim Hund zu erkennen und zu bek√§mpfen, setzt die Kardiologie auf Fr√ľhdiagnostik und Pr√§ventivmedizin, mittels R√∂ntgen, Herzultraschall oder EKG. Bei Letzterer wird ein 24 Stunden EKG angefertigt. Ein gesunder Hund hat t√§glich immer einige Extrasystolen, das sind Herzrhythmusst√∂rungen die au√üerhalb des physiologischen Herzrhythmus auftreten. Beim Boxer und beim Dobermann gelten zum Beispiel bis zu 50 VES/24h (vorzeitige ventrikul√§re Kontraktionen) noch als unbedenklich. Bei Vorliegen von 50 (100) und mehr VES/24h, steigt das Risiko f√ľr Synkopen (kurzzeitiger Bewusstseinsverlust) und pl√∂tzlichem Herztod stark an. 

Herzinsuffizienz Hund: Diagnose und Bekämpfung

 Bei dieser Krankheit ist das Herz nicht mehr in der Lage, gen√ľgend Blut in den Kreislauf zu pumpen, um den K√∂rper ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen. Die Folge ist eine Verengung der Blutgef√§√üe mit entsprechenden Krankheitssymptomen wie starker Husten und/oder Atemnot. Das Gleiche passiert bei einer krankhaften Ver√§nderung der Herzklappen. Wenn diese nicht mehr richtig schlie√üen, wird der ordnungsgem√§√üe Blutfluss ebenfalls erheblich gest√∂rt. Hauptursache der Herzinsuffizienz ist eine chronische Klappenerkrankung, die vor allem bei kleineren Hunderassen wie Dackel, Pudel, Yorkshire Terrier und Co. sowie manchmal bei √§lteren Hunden vorkommt. Bleibt diese l√§ngere Zeit unerkannt, k√∂nnen sich Vorhof und Herzkammer krankhaft vergr√∂√üern. Dieser Prozess verl√§uft oft schleichend. In der sogenannten pr√§klinische Phase scheint der Hund gesund zu sein. Im Verlauf der Erkrankung kommt es aber zu Erm√ľdungserscheinungen, Atemnot oder auch Husten, wenn der Hund ausgef√ľhrt wird. Bei fortgeschrittener Erkrankung treten diese Symptome auch im Ruhezustand auf. Das Risiko von Ohnmachtsanf√§llen, Zusammenbruch des Blutkreislaufes mit Herzstillstand steigt immens an. Regelm√§√üige Vorsorgeuntersuchungen und fr√ľhzeitig beginnende medikament√∂se Therapiema√ünahmen zeigen gute Erfolge. Erg√§nzende Ma√ünahmen wie ausreichende Bewegung, gesunde Ern√§hrung und ein Normalgewicht tragen dazu bei, die Lebensqualit√§t herzkranker Hunde viele Jahre zu erhalten.

Bannerbild: shutterstock.com / Megan Betteridge
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