süßer schwarz weißer Mischling wie Loki liegt auf dem Boden, Hund der schwarz ist und weiße Pfoten hat, Beagador
Hundegesundheit 01.06.2021

Herzerkrankungen beim Hund - Diagnose & Bekämpfung

Sissi by Sissi, Sissi ist Bloggerin seit 2014, auf den Hund gekommen 2018. Seitdem stolziert sie täglich ihre 10000 Schritte mit Loki durch die Welt. Der Beagdor (Labrador-Beagle Mix) ist Therapiehund für Kinder und begleitet sie auch in Schulen. Insgeheim schwärmt sie für eine französische Bulldogge als Zweithund.

Die häufigsten Herzerkrankungen beim Hund

Besonders oft kommen die sogenannte Dilatative Kardiomyopathie und die Herzinsuffizienz vor. Einige Hunderassen sind davon häufiger betroffen als andere. Das Risiko einer Herzerkrankung steigt auch mit zunehmendem Lebensalter des Hundes. Obwohl unheilbar, können herzkranke Hunde trotzdem ein glückliches und artgerechtes Hundeleben haben. 

Herz krank beim Hund shutterstock.com / Sebastian Kaulitzki

Dilatative Kardiomyopathie (DMK): Diagnose und Bekämpfung

 Diese Erkrankung ist gekennzeichnet durch eine Aufweitung (Dilatation) und Abschwächung der Muskelfunktion der linken oder beider Herzkammern beim Hund. Es handelt sich um eine nach der Geburt auftretende, erworbene Herzerkrankung mit verschiedenen Ursachen: Idiopathische (genaue Ursache unbekannt), genetische Ursache (Erbkrankheit), aufgrund endokriner Störungen, toxische oder entzündliche Ursachen sowie die eher seltenere nutritive durch Mangel- oder Fehlernährung bedingte Herzerkrankung. Letztere wurde beim amerikanischen Cocker Spaniel beschrieben. Hierbei handelt es sich um eine, Taurin abhängige DKM. Wobei dieser Befund bei Katzen leichter zu diagnostizieren ist als bei Hunden. Die dilatative Kardiomyopathie kommt häufig bei großen Hunderassen vor, wobei die Prävalenz innerhalb der betroffenen Rassen aber unterschiedlich groß ist:

Die Angaben stammen aus Untersuchungen in den 80-90 er Jahren. DKM ist aber auch heute noch die zweithäufigste erworbene Herzerkrankung bei Hunden. Man unterscheidet bei Kardiomyopathien zwischen der klinischen DKM und der subklinische DKM. Erstere zeigt klare Symptome wie Leistungsschwäche, Husten, Atemnot, Schwäche in der Hinterhand und plötzlicher Herztod und erlaubt damit deutliche Befunde. Das eigentliche Problem ist die einer klinischen DKM vorausgehenden subklinischen DKM, da diese in der Regel unbemerkt bleibt. Der Hund scheint gesund zu sein. Die subklinische Phase dauert je nach Rasse, ca. 2-5 Jahre und entwickelt sich nur langsam zu einer besorgniserregenden Herzdilatation. Deutliche Anzeichen für eine spätere akute DKM sind aber Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern (VHF) und ventrikuläre Extrasystolen (VES). Um bereits zeitig erste Anzeichen einer Herzmuskelerkrankung beim Hund zu erkennen und zu bekämpfen, setzt die Kardiologie auf Frühdiagnostik und Präventivmedizin, mittels Röntgen, Herzultraschall oder EKG. Bei Letzterer wird ein 24 Stunden EKG angefertigt. Ein gesunder Hund hat täglich immer einige Extrasystolen, das sind Herzrhythmusstörungen die außerhalb des physiologischen Herzrhythmus auftreten. Beim Boxer und beim Dobermann gelten zum Beispiel bis zu 50 VES/24h (vorzeitige ventrikuläre Kontraktionen) noch als unbedenklich. Bei Vorliegen von 50 (100) und mehr VES/24h, steigt das Risiko für Synkopen (kurzzeitiger Bewusstseinsverlust) und plötzlichem Herztod stark an. 

Herzinsuffizienz Hund: Diagnose und Bekämpfung

 Bei dieser Krankheit ist das Herz nicht mehr in der Lage, genügend Blut in den Kreislauf zu pumpen, um den Körper ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen. Die Folge ist eine Verengung der Blutgefäße mit entsprechenden Krankheitssymptomen wie starker Husten und/oder Atemnot. Das Gleiche passiert bei einer krankhaften Veränderung der Herzklappen. Wenn diese nicht mehr richtig schließen, wird der ordnungsgemäße Blutfluss ebenfalls erheblich gestört. Hauptursache der Herzinsuffizienz ist eine chronische Klappenerkrankung, die vor allem bei kleineren Hunderassen wie Dackel, Pudel, Yorkshire Terrier und Co. sowie manchmal bei älteren Hunden vorkommt. Bleibt diese längere Zeit unerkannt, können sich Vorhof und Herzkammer krankhaft vergrößern. Dieser Prozess verläuft oft schleichend. In der sogenannten präklinische Phase scheint der Hund gesund zu sein. Im Verlauf der Erkrankung kommt es aber zu Ermüdungserscheinungen, Atemnot oder auch Husten, wenn der Hund ausgeführt wird. Bei fortgeschrittener Erkrankung treten diese Symptome auch im Ruhezustand auf. Das Risiko von Ohnmachtsanfällen, Zusammenbruch des Blutkreislaufes mit Herzstillstand steigt immens an. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und frühzeitig beginnende medikamentöse Therapiemaßnahmen zeigen gute Erfolge. Ergänzende Maßnahmen wie ausreichende Bewegung, gesunde Ernährung und ein Normalgewicht tragen dazu bei, die Lebensqualität herzkranker Hunde viele Jahre zu erhalten.

Bannerbild: shutterstock.com / Megan Betteridge
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