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Tipps zur Hundehaltung 15.03.2021

3 Tipps: Scheinträchtigkeit beim Hund - Ursache und Anzeichen

Sissi by Sissi, Sissi ist Bloggerin seit 2014, auf den Hund gekommen 2018. Seitdem stolziert sie täglich ihre 10000 Schritte mit Loki durch die Welt. Der Beagdor (Labrador-Beagle Mix) ist Therapiehund für Kinder und begleitet sie auch in Schulen. Insgeheim schwärmt sie für eine französische Bulldogge als Zweithund.

Scheinträchtigkeit beim Hund - Ursache und Anzeichen

Die sogenannte Scheinträchtigkeit ist eigentlich eine Scheinmutterschaft. Diese tritt bei Hunden häufiger auf, vor allem bei Kleinhunderassen. Die Scheinschwangerschaft der Hündin wird auch als Pseudogravidität (Pseudoschwangerschaft) oder Lactatio falsa (fälschliche Milchproduktion) bezeichnet. Ist deine Hündin scheinträchtig, benimmt sie sich so, als hätte sie Junge. Das ist keine Krankheit und keine Hormonstörung, sondern ein völlig natürlicher Prozess. 

Grundlagen und Ursachen von Scheinträchtigkeit

Warum ist es ganz natürlich, wenn deine Hündin scheinträchtig wird?

Bei den Vorfahren deines Hundes, den Wölfen, hatte die Scheinschwangerschaft einen Sinn: Wölfe leben bekanntlich im Rudel mit einer sehr sozialen Familienstruktur. Bekommt eine Wölfin des Rudels Nachwuchs, werden andere Wölfinnen scheinträchtig, um sich als Ammen um die Wolfswelpen kümmern zu können. Durch ihre Scheinschwangerschaft bilden sie Milch, ohne selbst Nachwuchs bekommen zu haben. Wolfswelpen können nicht nur von der eigenen Mutter, sondern im Notfall auch von anderen Wölfinnen versorgt werden. Scheinträchtige Hündinnen verhalten sich immer noch wie ihre Vorfahren. Die Natur hat es so eingerichtet, dass Wölfinnen und manche Hündinnen scheinträchtig werden. 

Was genau geht im Körper deiner Hündin vor sich, wenn sie scheinträchtig ist? 

Vier bis neun Wochen nach der Läufigkeit kann es zu hormonell bedingten Veränderungen in den Milchdrüsen kommen. Einige Wochen nach der Läufigkeit produzieren die Milchdrüsen Milch, obwohl die Hündin nicht trächtig ist. Ursache dafür ist das Zusammenspiel zweier Hormone: Progesteron und Prolaktin. Der Abfall des Hormons Progesteron und der Anstieg des Hormons Prolaktin im Blut verursachen die Scheinschwangerschaft. Eine hohe Prolaktin-Konzentration regt die Milchproduktion an. Progesteron trägt bei Trächtigkeit zum Erhalt dieser bei. Ist die Hündin nicht trächtig, sinkt ihr Progesteronspiegel schnell ab. Vermutlich täuscht die rasche Progestronabnahme dem Organismus eine Geburt vor. Daraufhin steigt das Prolaktin und regt zur Produktion von Milch an. 

Symptome und Diagnose von Scheinträchtigkeit

Wie äußert sich eine Scheinschwangerschaft bei deiner Hündin?

Die Symptome sind von Hündin zu Hündin unterschiedlich ausgeprägt. Das Gesäuge schwillt an und produziert Milch. Die Hündin benimmt sich, als hätte sie Welpen geworfen. Sie verhält sich depressiv oder aggressiv. Sie versucht ein Nest zu bauen und behandelt Gegenstände, als wären es ihre Welpen. Sie bemuttert Stofftiere oder Spielzeug und will ihre Pseudo-Welpen beschützen und verteidigen. 

Symptome einer Pseudoschwangerschaft bei deiner Hündin

  • geschwollenes Gesäuge und Milcheinschuss
  • größerer Bauchumfang
  • Nestbauverhalten (Kratzen, Buddeln, Bauen im Körbchen, Bett, auf der Couch, mit Kissen usw.)
  • Pseudo-Welpen (Stofftiere, Spielzeug) suchen, bemuttern, verschleppen und verteidigen
  • kein Appetit
  • Anhänglichkeit
  • Traurigkeit, Trägheit, Teilnahmslosigkeit
  • Gereiztheit, aggressives Verhalten

Wie wird eine Scheinschwangerschaft bei deiner Hündin diagnostiziert?

Der Tierarzt wird dich nach dem Verhalten deiner Hündin befragen. Er wird die Hündin untersuchen und prüfen, ob ihr Gesäuge angeschwollen ist und sich Milch gebildet hat. Für den Fall, dass deine Hündin vielleicht doch trächtig sein könnte, wird eine Röntgen- oder Ultraschall-Untersuchung gemacht.

Therapie und Vorsorge für Pseudoträchtigkeit

Wie kann die Scheinschwangerschaft bei deiner Hündin behandelt werden?

Oftmals ist keine Behandlung nötig. Die Pseudoträchtigkeit dauert nur 2, längstens 4 Wochen an. Am besten versuchst du, deine Hündin so viel wie möglich abzulenken. Räume ihre Ersatz-Welpen in einem unauffälligen Moment weg. Halte sie davon ab, am Gesäuge zu lecken. Das Lecken regt die Milchbildung noch mehr an. Zeigt deine Hündin aggressives Verhalten oder leidet sie sehr, ist eine tierärztliche Behandlung erforderlich. Der Tierarzt kann Medikamente geben, welche die Milchbildung reduzieren. Wird deine Hündin immer wieder scheinträchtig, leidet sie dabei sehr oder verhält sich aggressiv, wird eine Kastration empfohlen. 

Wie kannst du verhindern, dass deine Hündin scheinträchtig wird?

Nur eine Kastration kann zuverlässig weitere Scheinschwangerschaften verhindern. Die Operation sollte aber nicht direkt während einer Scheinschwangerschaft erfolgen. Das würde die Symptome nur verschlimmern. Weil Progesteronspiegel und Prolaktinspiegel dadurch rapide abnehmen bzw. ansteigen würden.

Bannerbild: shutterstock.com / Larissa Chilanti
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