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Hundegesundheit 15.03.2021

PRA (Progessive Retina Atrophie) beim Hund - was du darüber wissen musst

Sissi by Sissi, Sissi ist Bloggerin seit 2014, auf den Hund gekommen 2018. Seitdem stolziert sie täglich ihre 10000 Schritte mit Loki durch die Welt. Der Beagdor (Labrador-Beagle Mix) ist Therapiehund für Kinder und begleitet sie auch in Schulen. Insgeheim schwärmt sie für eine französische Bulldogge als Zweithund.

Progressive Retina Atrophie

Die Progressive Retina Atrophie ist die am häufigsten auftretende vererbte Netzhauterkrankung bei verschiedenen Hunderassen. Besonders betroffen sind Pudel, Labrador Retriever, Golden Retriever, Portugiesischer Wasserhund, Spaniel, Malteser, Rottweiler und Yorkshire Terrier. Die fortschreitenden Prozesse führen zu einer Erblindung eures Hundes.


shutterstock.com / FamVeld

Grundlagen und Ursachen von PRA beim Hund

Die PRA wird autosomal rezessiv vererbt. Weibliche und männliche Hunde erkranken gleichermaßen. Betroffen von der progressiven Retina Atrophie ist die tief im Inneren des Auges liegende Schicht, die Netzhaut (Retina). Auf dieser befinden sich die Stäbchen und Zapfen (Sinneszellen), die für Hell-Dunkel- und Farbsehen verantwortlich sind. Zu Beginn der Erkrankung sterben die Stäbchen langsam ab. Das Sehvermögen bei Dunkelheit geht vollständig verloren. Im weiteren Verlauf der PRA kommt es auch zu einer Degeneration der Zapfen. Eure Hunde können auch bei normalem Tageslicht nicht mehr sehen. Schließlich tritt auf beiden Augen eine Erblindung ein. 

Einige Hunde tragen das defekte Gen in ihrer Erbsubstanz und geben dieses an ihre Nachkommen weiter. Sie selbst erkranken allerdings nicht. 

Symptome und Diagnose

  • Angst bei Dämmerung
  • Unsicherheit
  • weite und runde Pupillen
  • das Tapetum lucidum leuchtet intensiver, die Augen scheinen bei Dunkelheit gelb grün
  • Blutgefäße des Augenhintergrundes bilden sich zurück
  • Linsentrübung: die Linse ist weiß und undurchsichtig
  • Bei der Augenuntersuchung reagieren die Pupillen nicht auf das einfallende Licht
  • blasse, graue Papille (Eintrittsstelle des Sehnervs

Die Diagnose wird von einem Tierarzt bei einer Augenuntersuchung gestellt. Kann die Netzhaut durch die Trübung der Linse nicht mehr beurteilt werden, muss eine Elektroretinographie (ERG) durchgeführt werden. Die Sinneszellen auf der Netzhaut werden durch Lichtsignale gereizt. Das elektrische Signal, das von der Netzhaut ausgesendet wird, kann mit einem Computerprogramm gemessen werden. Das ERG kann auch zur frühen Diagnostik einer PRA bei Hunden, bei denen die Netzhaut noch keine Veränderungen zeigt, eingesetzt werden. 

Bei einigen Hunderassen kann das Gen, das für die progressive Retina Atrophie verantwortlich ist, bei einem Bluttest und einer genetischen Untersuchung festgestellt werden. Mit dem Gentest kann auch beurteilt werden, ob der Hund später an der Netzhautdegeneration erkranken wird.

  1. Augenuntersuchung

  2. Elektroretinogramm

  3. Bluttest zur Bestimmung des fehlerhaften Gens

Therapie und Vorsorge

Da es sich bei der vererbten Netzhauterkrankung um eine nicht heilbare Augenerkrankung handelt, können nur die Symptome bekämpft werden. Eure Hunde müssen sich mit dem Verlust des Sehvermögens abfinden. Die Orientierung in der Umgebung kann aber leicht durch den Geruchssinn und Gehörsinn erfolgen. Eine chirurgische Entfernung der getrübten Linse bringt keinen Erfolg, da das Problem des beeinträchtigten Sehvermögens durch die fehlende Signalweiterleitung der Netzhaut verursacht wird. Da die Augenerkrankung nicht schmerzhaft ist, wird die Lebensqualität eures Hundes kaum beeinträchtigt. Durch Vitaminpräparate kann der Verlauf der Netzhautdegeneration verlangsamt werden. 

Die Augenerkrankung kann unterschiedlich schnell verlaufen. Bei einigen Hunden tritt eine Erblindung schon mit dem zweiten Lebensjahr auf, andere Hunde zeigen erste Symptome erst mit sechs bis sieben Jahren.

Da für die vererbte Netzhauterkrankung keine Therapie verfügbar ist, müssen die betroffenen Hunde von der Zucht ausgeschlossen werden. Bei einigen Hunderassen gehört der Gentest vor der Zulassung zur Zucht zu den ERVIP-Untersuchungen (Überprüfung auf das Vorhandensein von Erbkrankheiten).

Bei den betroffenen Hunderassen sollte einmal jährlich eine Augenuntersuchung durch einen Tierarzt durchgeführt werden. Bei der Untersuchung muss auch der Augeninnendruck gemessen werden. Bei einer getrübten Linse kann ein schmerzhafter grüner Star mit Erhöhung des Augendruckes auftreten. 

Vorsorge um PRA vorzubeugen:

  • regelmäßige Untersuchung der Augen
  • Vitaminpräparate
  • Ausschluss der betroffenen Hunde von der Zucht
Bannerbild: shutterstock.com / corners74
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